Maximilian im Interview zum Mitter.store

Der Einzelhandel verlässt die Städte und zieht sich in die virtuelle Welt zurück. Die Gründe wie Kosteneinsparungen und fehlende Zugänglichkeit zum Kundenkreis klingen im ersten Augenblick kontrovers, da Marken ihren Kunden durch einen Rückzug nicht persönlich zur Verfügung stehen. Vor allem kleinere Labels und Start-up's ziehen erst gar nicht in Erwägung ein Ladengeschäft zu eröffnen und starten direkt mit einem Onlineshop.

Auch Doghammer entschied sich bei der Gründung vor vier Jahren für den virtuellen Vertriebsweg. Dies hielt sie jedoch nicht davon ab, nun mit vier weiteren Designern und Handwerkskünstlern aus der Region einen Pop-up Store im Herzen Rosenheims zu eröffnen. Was das junge Unternehmen überzeugt hat in die Lauflage einer Innenstadt zu ziehen, erfahrt ihr im Interview mit Gründer Maximilian Hundhammer.

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Servus Maximilian, vor vier Jahren hast du, zusammen mit deinem Spetzl Matthias, Doghammer gegründet. Dabei habt ihr euch direkt für einen Onlineshop entschieden. Warum ?

Gerade am Anfang muss man seinen Kunden erst finden. Da hat man über das Web natürlich ein breiteres Publikum, der Kundenkreis ist da nahezu unendlich. Außerdem gibt es bei einem Onlineshop keine großen Fixkosten, wie die Miete für ein Ladengeschäft, die Einrichtung, das Personal .. obwohl die Kosten für einen gut funktionierenden Onlineshop auch nicht unterschätzt werden dürfen.

Birgt der Onlineshop für euch als Start-up auch Herausforderungen ?

Ja natürlich. Im stationären Handel findet die Interaktion mit dem Kunden auf einer persönlichen Ebene statt, im Onlineshop ist es wesentlich schwieriger eine persönliche Beziehung aufzubauen. Die Retourenquote ist stationär vergleichsweise niedriger, da der Kunde das Produkt sieht, anprobieren und testen kann. Eine Rücksendung im Onlineshop hingegen ist für uns mit einem enormen organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden.

Wie genau versucht ihr diese Nachteile des Onlinehandels zu meistern ?

Die Werbung muss persönlicher gestaltet sein und gezielt auf den gewünschten Kundenkreis abgestimmt werden. Der Herausforderung, dass der Kunde das Produkt online nicht sehen und anprobieren kann, versuchen wir mit einer guten Onlineberatung entgegen zu wirken. Hierfür stellen wir dem Kunden unseren Shoefinder, Größentabellen und eine genaue Beschreibung der Passform zur Verfügung. Zusätzlich drehen wir regelmäßig Beratungsvideos, in denen Matthias die Eigenschaften sowie die Passform des jeweiligen Modells genauer erläutert oder den Kunden zeigt, wie der Fuß richtig gemessen wird. Zudem sind wir für eine Beratung auch telefonisch erreichbar und in den Sozialen Medien vertreten, wo ein permanenter Austausch mit unseren Kunden stattfindet. 

Trotzdem habt ihr zusätzlich ein Testcenter in Rosenheim, in dem Kunden sich auch Materialien aussuchen und fertige Schuhe testen können. Warum ?

Die beste Lösung ist natürlich, dem Kunden beide Möglichkeiten, also einen stationären Laden und einen Onlineverkauf, zu bieten. Kunden die stationär gewonnen werden, können zukünftig auch bequem online einkaufen und online gewonnene Kunden können für eine Beratung auch im Geschäft vorbeikommen. Unsere individuellen Zehentrenner werden in Handarbeit in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung gefertigt, so haben wir dort auch ein "Doghammer Testcenter" errichtet. Stammkunden und Interessierte können dort direkt zu uns kommen, Materialien fühlen und Schuhe testen.

Zudem seid ihr auch bei einer Vielzahl von Händlern vertreten. Ist dies neben eurem Onlineshop eine zweite Stütze ?

Gerade im Bereich Schuhe ist eine gute Passform extrem wichtig. Damit der Kunde sichergehen kann, dass der Schua auch richtig passt, sollte er anprobiert werden. Wir sehen den stationären Handel als wichtigen Kooperationspartner, den wir gerne mit unseren Produkten und einem guten Händlerservice unterstützen. Mit diesem Gedanken suchen wir uns gezielt stationäre Schuh- und Outdoorhändler, die zu unserer Philosophie passen und die Geschichte unserer nachhaltigen Schuhe authentisch weiter erzählen können. Auf der anderen Seite profitieren wir natürlich auch von den Händlern, da ihnen regional mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird und Doghammer so flächendeckend an Bekanntheit gewinnt. 

Onlineshop und Händler .. das hört sich nach einer guten Kombi an. Nichtsdestotrotz habt ihr euch neulich mit vier weiteren regionalen Kleinunternehmern zusammengeschlossen, um ein stationäres, wenn auch nur temporäres, Ladengeschäft zu eröffnen. Was bedeutet der erste Pop-up Store Rosenheims für die Stadt ?

Wie in so vielen Städten sieht man in den Haupteinkaufsstraßen nur noch die selben Einzelhandelsketten. Wenn ich in einer anderen Stadt unterwegs bin, kommt es mir manchmal so vor, als könnte man das Ortsschild beliebig austauschen. Mit unserem Pop-up Store, dem "Mitter.store" setzen wir bewusst einen völlig neuen Akzent in der Innenstadt. Der Kunde findet dort regionale und einzigartige Produkte und kann die Handwerker und Künstler hinter den Marken persönlich kennenlernen.

Fünf Unternehmer, die in der selben Region wohnen, sich davor jedoch nicht kannten, starten ein gemeinsames und vor allem neuartiges Projekt. Wie funktioniert die Zusammenarbeit in solch einem "zusammengewürfelten" Team ?

Ich bin wirklich positiv überrascht, wie gut und vor allem wie schnell wir den Mitter.store gemeinsam aufgebaut haben ! Fünf Parteien mit fünf unterschiedlichen Produkten und Meinungen unter einen Hut zu bekommen ist nicht immer ganz einfach. Eines haben wir aber doch alle gemeinsam, wir teilen die Leidenschaft zu Design, Handwerk und Nachhaltigkeit. Das macht die Zusammenarbeit spannend und schafft für jeden von uns neue Möglichkeiten. Die durchmischte Konstellation macht unseren Mitter.store so einzigartig und interessant.

Was bedeutet die Eröffnung des Mitter.stores für Doghammer ?

Für uns ist es eine gute Chance auszuprobieren, was es heißt einen eigenen Laden zu führen und mal etwas Luft im stationären Handel zu schnuppern. Momentan sind wir durch den Onlineshop, den stationären Händler und unseren "eigenen" Mitter.store sehr breit aufgestellt und können einen Einblick in die verschiedenen Vertriebswege gewinnen.

Der Mitter.store soll voraussichtlich bis zum 11. Januar geöffnet sein und befindet sich somit bereits im Endspurt. Wenn ihr nun schon Bilanz ziehen müsstet, könnt ihr euch vorstellen den Mitter.store weiter zu führen ?

Mal sehen wo die Reise hingeht, aber wenn es weiterhin so gut läuft, warum nicht noch ein bisschen länger Fußabdrücke in der Rosenheimer Innenstadt hinterlassen.

 

 

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  Entdecke den Zehentrenner von Maximilian  

 

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