1. Warum wird Schafwolle in Deutschland kaum noch verwendet?
In Deutschland leben Millionen Schafe, doch was passiert mit ihrer Wolle? Die landet oft im Müll oder als Gartendünger. Der Grund: Es gibt kaum noch Wollwäschereien, Spinnereien oder Veredelungsbetriebe, die aus Rohwolle ein hochwertiges Endprodukt machen. Dabei ist Wolle ein geniales Naturmaterial – temperaturregulierend, langlebig und robust. Besonders die Wolle vom Bayerischen Steinschaf hat’s in sich: langfaserig, wetterfest und urig. Nur wirtschaftlich? Leider uninteressant - noch 😉
2. Wollsammlung der Steinschäfer in Bayern
Über den Wollmarkt in Vaterstetten lernte Doghammer-Gründer Maximilian die Schafhalter Gisela und Bernhard kennen – zwei echte Herzblut-Schäfer aus Berchtesgaden. Die beiden standen vor einem Problem: Ihre Steinschafwolle blieb Jahr für Jahr übrig. Also entstand spontan die Idee: Ein eigener Lodenstoff aus regionaler Wolle – für unsere Doghammer Schuhe.
Im Mai 2025 durfte Maximilian bei der großen Wollsammlung der bayerischen Steinschafzüchter dabei sein. Über 600 Kilo Rohwolle in verschiedenen Naturtönen kamen zusammen - verpackt in fünf riesige Bigpacks. Nur: Wohin damit?
3. Wer wäscht eigentlich noch Wolle?
Die ernüchternde Antwort: Kaum jemand. In Deutschland? Fehlanzeige. In Österreich? Ein paar wenige. In Europa? An einer Hand abzählbar. Und nicht jede Wollwäscherei konnte die Wolle in der nötigen Qualität waschen, wie wir sie für unseren Loden brauchen.
Schließlich wurden wir in Belgien fündig. Der Transport? Eine logistische Herausforderung – fünf riesige, „schafelnde“ Bigpacks auf die Reise. Acht Wochen später kam ein erstes Muster zurück: sauber, weich, perfekt. Der Lanolingehalt sank von 35 % auf wenige Prozent – ein Zeichen für saubere, gut vorbereitete Wolle.
4. Spinnen, Mischen & Weben – aus Wolle wird Loden
Die gewaschene Wolle ging weiter nach Nordbayern – zur Spinnerei. Doch es gab ein Problem: Die Haare der Steinschafe waren zu lang und zu fest. Für einen feinen Loden mussten sie zunächst von einem Spezialbetrieb geschnitten werden.
Dann wurde die Steinschafwolle mit anderen alpinen Wollsorten gemischt – feiner, weicher, besser verspinnbar. Aus der Mischung entstand ein robustes, aber tragbares Garn, das schließlich in einer traditionellen Weberei zu einem dichten Lodenstoff verwoben wurde. Nach der finalen Ausrüstung hielten wir Ende 2025 endlich den fertigen Stoff in den Händen: Unseren echten Steinschafloden.
5. Und jetzt? Schuhe mit Geschichte!
Was wir jetzt mit dem Steinschafloden machen? Wir verarbeiten ihn zu limitierten Barfußschuhen und Sneakern - so etwas bekommst du sonst nirgends. Regional produziert, fair verarbeitet und aus einem Material, das fast verloren gegangen wäre.
Ob wir uns diesen Weg noch einmal antun? Mal schauen … aber eines steht fest: Es war’s wert.
Weitere Wollprojekte: Partnerschaft mit Nordwolle
Seit 2022 arbeiten wir eng mit Nordwolle aus Norddeutschland zusammen – einem echten Spezialisten für hochwertige Schafwolle aus regionaler, transparenter Herkunft. Die Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen, kurzen Wegen und einer gemeinsamen Vision: mehr Wertschätzung für heimische Wolle. Wir sind begeistert, mit Nordwolle einen Partner gefunden zu haben, der unsere Leidenschaft für natürliche Materialien teilt – und das merkt man jedem Wollprodukt an.